„Seid beharrlich im Gebet und wachet in ihm mit Danksagung!
Betet zugleich auch für uns, dass Gott uns eine Tür für das Wort auftue und wir das Geheimnis Christi sagen können...“
so schreibt der Apostel Paulus im Kolosserbrief im 4. Kapitel, Vers 2. Dieser Vers drückt viel aus, worum es beim Beten geht.
In unserer Gemeinde gibt es seit Ende 2005 nach längerer Pause wieder ein Gemeindegebet.
Es richtet sich im Grundsätzlichen an diesem Bibelvers aus. Es soll einen Ort geben, wo Menschen miteinander vor Gott treten und Gemeindeanliegen „durchbeten“.
Diese Gemeindeaktivitäten sind nicht dazu da, dass nach außen ein Konkurrenzkampf mit anderen Gemeinden geschieht.
Sie dienen auch nicht zur Erfüllung religiöser Bedürfnisse. Menschen treffen sich in einer Gemeinde, damit Gott gelobt und geehrt wird und damit Gemeinschaft untereinander gestärkt wird.
Gott bewirkt durch seinen Hl. Geist, dass Menschen zum Glauben kommen und ihr Glaube erneuert und bekräftigt wird.
Das schaffen wir aber nicht aus eigener Kraft. Gott selbst ist der Handelnde.
Das Wort aus dem Kolosserbrief lehrt uns aber, dass wir als Jünger Jesu „vorbereitend“ tätig sein können mit unseren Gebeten.
Gott hat sich das so gedacht, dass er seine Jünger in sein Handeln mit hineinnimmt.
Als Gottes Mitarbeiter sind wir gewissermaßen seine „ausführenden Organe“. Er hätte das nicht nötig.
Aber als Gottes Ebenbilder sind wir in die Partnerschaft mit ihm gerufen und Gott nimmt diesen Auftrag sehr ernst.
Im Missionsauftrag hat Jesus seine Jünger aufgerufen, das Evangelium in alle Welt zu tragen. Diese Welt beginnt vor meiner Haustür.
Jeder Einzelne und die Gemeinde insgesamt ist dazu berufen, mit Christus zu leben und sein Wort so zu verkündigen,
dass Menschen an Jesus glauben. Dazu ist immer wieder ein „vorbereitendes“ Gebet nötig.
Das Gemeindegebet ist ein sehr guter Ort dafür, mit anderen Christen aus Altensittenbach für Gemeindeanliegen zu beten.
Mit Sabine Stein drückt eine Teilnehmerin des Gemeindegebetes in kurzen Worten aus, was dies für sie bedeutet.
Sie schreibt: „Das Gemeindegebet ist mir wichtig, weil gemeinschaftliches Gebet für bestimmte Anliegen eine besondere Kraft hat.
Wir tauschen Eindrücke und Gedanken aus und bringen sie vor Gott. „Wo zwei oder drei in meinen Namen versammelt sind,
bin ich mitten unter ihnen“ hat Jesus gesagt. Das ist dabei wirklich spürbar.
Ich versuche auch keine Gelegenheit zu Lobpreis und Anbetung auszulassen, weil dafür mein Herz schlägt
und mich immer wieder mit neuer Kraft füllt“.
Gerhard Metzger, Pfarrer