In unserer Gemeinde wird jeden Sonntag vormittag der Hauptgottesdienst gefeiert. Das ist nach meiner Beobachtung in allen christlichen Gemeinden so. Wie der Name schon sagt, ist es das zentrale Treffen der Gemeindeglieder. Dabei wird der Gottesdienst gefeiert, aber auch Informationen aus dem Gemeindeleben weitergegeben. In der Altensittenbacher Gemeinde wird sogar einmal oder zweimal im Monat eine “Verlängerung” angeboten, der Kirchenkaffee im Anschluss an den Gottesdienst. Nun ist es ja so, dass der Mensch im Verlauf seines Lebens eine Entwicklung mitmacht, in der sich auch Anschauungen und Werte ändern. |
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Ich kann
mich noch sehr gut an meine Jugendzeit erinnern, in der ich den Hauptgottesdienst
als altmodisch und langweilig empfand. Es sollte schon etwas rockiger
sein als Orgelmusik und Lieder aus dem 16. oder 17. Jahrhundert; es sollte
schon etwas moderner sein als schwarzer Talar und Beffchen. Schlagzeug,
Gitarre, Saxophon und Blue Jeans waren angemessen, wir waren ja die kommende
Generation, nach der sich alles zu richten hatte. Wie gesagt,
im Laufe eines Lebens verändern sich Anschauungen und Werte. So veränderten
sich dann meine ehemals zentralen Vorstellungen über den Gottesdienst
zu Äußerlichkeiten, die an Bedeutung verloren. Das heißt
nicht unbedeutend oder gar gering geschätzt. An Bedeutung gewonnen
hat jedoch das Erlebnis der Gemeinschaft mit den anderen Gottesdienstbesuchern
und das Bewusstsein, dass wir alle zu dem einen Gott gehören. Dann
der weitgehend gleichgebliebene Ablauf, die meisten Änderungen wurden
doch sehr behutsam eingeführt. Und die Lieder, die unsere Kirche
teilweise seit Jahrhunderten, teilweise erst seit wenigen Jahren begleitet. Reinhard Müller |