“Was ist Seelsorge?”. Diese Frage hat unsere Gemeinde in den letzten Jahren immer wieder beschäftigt.
Mir wird deutlich, dass Seelsorge so etwas
wie der geheime Brennpunkt in einer Gemeinde ist. Menschen kommen mit ihren
Lasten und Schulderfahrungen und suchen einen Ort, wo sie diese Lasten ablegen
können. Zuerst ist dies ein Ort bei einem anderen Menschen, der zuhört,
Gesprächspartner ist und in der Beichte Vergebung zuspricht.
Ein Pfarrer
ist durch seine Ordination her beauftragt, diesen Seelsorgedienst auszuführen.
Er wird sich bemühen, in diesem Dienst die Liebe und Freundlichkeit Gottes
erfahrbar zu machen. Er wird auch alles dafür tun, dass dem Hilfesuchenden
durch Schuldbekenntnis und Vergebungszuspruch Befreiung widerfährt.
In
der Seelsorge geht es somit vor allem um meine Gottesbeziehung und um die Beziehung
zu mir selbst (Selbstannahme). Es geht um das Erkennen der eigenen Berufung
im Leben und um meine Beziehung zu anderen Menschen. Es geht darum, dass jemand
in einem geschützten Raum mit einem anderen Menschen “sich von der
Seele reden” kann.
Seelsorge ist damit sowohl Lebenshilfe als auch Glaubenshilfe.
Für jeden Christen ist vor allem Jesus selbst der Seelsorger schlechthin.
Er ist der “Gute Hirte” und seine Jünger hören seine Stimme
(Jo 10). Er wird im 1. Petrusbrief als der “Bischof eurer Seelen”
bezeichnet und er spricht Menschen Vergebung zu. Er wäscht seinen Jüngern
die Füße und zeigt damit, dass dieses Seelsorgeamt vor allem ein
Dienst der Demut ist.
Neben dem Pfarrer kann der Dienst der Seelsorge auch durch andere Menschen ausgeübt
werden.
In unserer Kirchengemeinde gibt es Menschen, die zu diesem Dienst eingesetzt
und eingesegnet worden sind.
Viele Seelsorgegespräche zeigen, dass es wichtig
ist, dass wir Menschen in unserer Gemeinde haben, die dazu fähig sind und
auch ein gewisses Handwerkzeug besitzen, diese Mitarbeit auszuüben.
Mit
diesem Gemeindeboten möchte ich auf diese Arbeit hinweisen und Sie dazu
einladen, das Gespräch zu suchen und Hilfe zu finden.
Die Gespräche
werden vertraulich behandelt und jeder Seelsorger/-in steht unter dem Seelsorgegeheimnis.
Sie können sich dazu an mich wenden. Wir werden ein Lösung finden
und Sie bei Bedarf an einen Mitarbeiter weiterleiten.
Vielleicht haben Sie auch
selbst das Gefühl, die Gabe der Seelsorge zu haben. Es gibt Ausbildungen
zu Seelsorgedienste für Laien. Auch hier stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.
Gerhard Metzger, Pfarrer